Gemeinschaft, die trägt – Im Gespräch mit Anna Deufel vom Altenwerk Schwenningen

24.06.2026 |

Die Altenwerke richten sich vor allem an ältere Menschen. Sie organisieren regelmäßige Treffen zum Austausch, Ausflüge und auch mehrtägige Reisen. Zum Programm gehören außerdem Vorträge zu Gesundheit, Sicherheit und weiteren Themen sowie – je nach Jahreszeit – Spiele-, Kaffee- oder Bastelnachmittage. Auch gemeinsame Gottesdienste werden gefeiert. Ziel ist es, älteren Menschen Gemeinschaft, sinnvolle Freizeitangebote und gegenseitige Unterstützung zu bieten.

Leider gibt es in unserer großen Pfarrei Herz Jesu nur noch wenige aktive Altenwerke. Umso mehr freute ich mich, mit Anna Deufel aus Schwenningen (Heuberg) über diese wichtige Aufgabe sprechen zu dürfen. Die 76-Jährige engagiert sich seit 24 Jahren im Altenwerk. Sie übernahm damals die Aufgabe, nachdem Pfarren Locher sie darauf ansprach. Darüber hinaus wirkt sie im Gemeindeteam mit, singt im Kirchenchor und sorgt gemeinsam mit dem Mesnerteam für einen reibungslosen Ablauf der Gottesdienste.
 
 
Was macht das Altenwerk?
„Wir treffen uns jeden zweiten Dienstag. Meist nehmen rund 30 Seniorinnen und Senioren aus Schwenningen, Heinstetten und Hartheim teil. Mal gibt es einen Vortrag, mal einen Ausflug. Zuletzt besuchten wir Herrn Michael Knaus in der Pfarrei Engen, der aus Hartheim stammt.“
 
Welche Fähigkeiten sind dafür wichtig?
„Man muss organisieren und planen können. Inzwischen habe ich ein gutes Netzwerk und weiß, wen ich ansprechen kann.
 
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Engagement?
„Ich freue mich, den Menschen eine Möglichkeit zum Zusammenkommen zu geben und zu erleben, wie sehr sie den Austausch genießen.“
 
Was motiviert Sie?
„Es tut einem selbst gut, zu sehen, wie sich die Menschen freuen. Die positiven Rückmeldungen bedeuten mir viel. Ich habe selbst schwere Zeiten erlebt und weiß, wie wichtig Hoffnung ist. Mein Engagement gibt auch mir Halt.
Die Seniorinnen und Senioren bedanken sich immer wieder und zeigen, wie sehr sie unsere Angebote schätzen. Auch Angehörige freuen sich, wenn zuhause von den gemeinsamen Erlebnissen erzählt wird.“
  
Gibt es besondere Belastungen?
„Nein, im Gegenteil. Wir haben derzeit viele Helferinnen und Helfer, die Kuchen backen oder bei den Veranstaltungen unterstützen. An dieser Stelle danke ich ihnen allen.“
 
Bereichert Ihr Engagement Ihren Glauben?
„Unbedingt. Für mich ist das eine Möglichkeit, meinen Glauben ganz konkret zu leben.“
 
Was schätzen Sie an der katholischen Kirche besonders?
„Die Kirche trägt viele soziale Projekte. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie viel unter ihrem Dach geschieht. Der Glaube gibt Halt, und wir brauchen einander.“
 
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?
„Ich würde das Zölibat abschaffen, Frauen zur Weihe zulassen und mir wünschen, dass die Menschen den Wert des Glaubens erkennen und Freude an der Gemeinschaft finden.“
 
Ein besonderes Erlebnis?
„Besonders schön finde ich die gelebte Ökumene mit den evangelischen und katholischen Christen aus Stetten. Wir feiern gemeinsam Feste – besonders den Erntedankgottesdienst im Strohpark. Die Idee der Strohparkkirche entstand aus dieser Zusammenarbeit und wurde gemeinsam umgesetzt.“
 
 
Da wird geschafft und nun ist es an der Zeit auch darüber zu berichten. Wir wissen, alle, dass nichts selbstverständlich ist. Schön, liebe Frau Deufel, dass Sie so präsent sind sich immer wieder aufgerappelt haben und weiter gemacht haben. Dafür möchte ich Ihnen und stellvertretend allen danken, die Freude am organisieren für gemeinsame Aktionen haben.
 
Das Gespräch führte
Christine Brückner
Referentin für Engagementförderung
 
Das Gespräch führte  
Christine Brückner,
Referentin für Engagementförderung